Das riskante Geschäft mit dem Billigstrom

Das riskante Geschäft mit dem Billigstrom

Seit der Liberalisierung des Energiemarktes 1998 ist ein deutlicher Preisanstieg für Strom und Erdgas zu verzeichnen. Demgegenüber wächst das Angebot an Energieversorgern stetig, die mit Tarifen zu Spottpreisen werben.

Verständlicherweise gibt bei einem Commodity-Produkt wie Strom zumeist der Preis den Ausschlag bei der Wahl des Anbieters. Problematisch wird es jedoch, wenn dieser zum einzigen Kriterium wird: Viele Stromdiscounter nutzen ein breites Spektrum an Tricks, um potentielle Kunden mit nur augenscheinlich günstigen Preisen in die Falle zu locken. Die bekanntesten Beispiele sind die Anbieter „Flexstrom" und „TelDaFax", die 2013 mit ihrer Billigpreisstrategie scheiterten.

 

Verkalkuliert: "Flexstrom" und "TelDaFax"

Flexstrom bot vorwiegend sogenannte „Strompakete" mit einem Jahr Laufzeit an, die im Voraus bezahlt werden mussten. Dabei wurde der Strom zu Preisen verkauft, in die Netzentgelte, Umlagen und Konzessionsabgaben nicht eingerechnet waren. Nach einem Jahr erfolgte dann ein Preisanstieg von circa 50 bis 100 Prozent, um diese Neukunden zu profitablen Kunden zu machen. So weit der Plan. Doch ähnlich wie bei “TelDaFax" ging diese Preisstrategie auch bei „Flexstrom" nicht auf und mündete in einem Insolvenzverfahren. Dabei ist immer noch fraglich, wie viel Geld die ehemaligen Kunden rückerstattet bekommen werden.

Bei verdächtig billigen Angeboten gegen Vorkasse ist also Vorsicht angebracht. Doch nicht nur dann: Die Negativbeispiele unter den Stromdiscountern haben sich mittlerweile auch auf andere Techniken verlagert, um ihren Preiskampf auf Kosten des Verbrauchers zu finanzieren.

 

Betrügerische Bonusklauseln

Eine besonders beliebte Methode scheinen dabei fragile Bonuszahlungen zu sein. Findet sich im Kleingedruckten beispielsweise die Klausel, dass bei Vertragsverstoß die Zahlung etwaiger Boni ausbleibt, sollten Verbraucher auf jeden Fall hellhörig werden. Denn oft wird durch den Anbieter nicht näher definiert, was unter einem Vertragsverstoß zu verstehen ist. So kann es passieren, dass dem Kunden ein falsch abgelesener Zählerstand schon als Vertragsbruch ausgelegt wird und die Zahlung seines Rabatts deshalb ausbleibt. Daher ist gerade bei außerordentlich hohen Boni Vorsicht geboten.

 

Erhöhte Abschlagszahlungen

Ein weiterer gängiger Trick, die Kosten zu decken, ist das Ansetzen zu hoher Abschlagszahlungen durch den Energieversorger. Der Verbraucher zahlt somit jeden Monat zu viel an das jeweilige Unternehmen. Ein Guthaben darf dem Gesetzgeber zufolge jedoch nur mit dem darauffolgenden Abschlag verrechnet werden. Der Rest muss umgehend an den Kunden ausgezahlt werden.

Problematisch ist häufig auch die Intransparenz der Rechnung, die den Kunden im Unklaren darüber lässt, ob eine Rückzahlung wirklich gutgeschrieben wurde. Eine ausführliche Prüfung der Abrechnungen ist deshalb unerlässlich. Es empfiehlt sich zu kontrollieren, ob alle Abschläge aufgelistet sind und ob der Zählerstand korrekt angegeben ist.

 

So vermeiden Verbraucher unschöne Überraschungen

Im Zuge dessen ist es ratsam, gerade bei Billiganbietern auch Kommentare und Erfahrungsberichte anderer Kunden zu lesen und in die eigene Entscheidung mit einzubeziehen. Darüber hinaus können Portale wie energieanbieterinformation.de konsultiert oder auch kostenpflichtige Angebote in Form von Energieberatung in Anspruch genommen werden.

 

Wettbewerbsorientiertes Pricing – ganz ohne unnötige Risiken

Tatsache ist: Als Energieversorgungsunternehmen sind auch Sie einem harten Preiskampf ausgesetzt. Gehen Sie dabei keine Risiken ein. Joules CALC hilft Ihnen dabei einen klaren Überblick zu gewinnen, welche Margenspielräume sich aus der eigenen Wettbewerbssituation und dem Energieeinkauf ergeben. Dazu müssen unter anderem Preislisten stetig aktualisiert werden – nicht wenige Anbieter tun dies sogar mehrmals täglich! Mit Joules CALC erstellen und kalkulieren Sie mit wenigen Klicks Preislisten mit Ihren individuellen Basisparametern, mit eigenen Regionsprofilen und mit frei definierbaren Margenstaffeln. Sie wollen bei Vergleichsportalen wie Verivox ganz vorne mitspielen? Nur wenige Klicks trennen Sie von ihrem Ziel!

Kommentare

Bis jetzt wurde der Beitrag noch nicht kommentiert.

Kommentar verfassen